Noch diese Woche kann an der Meisenstrasse ein
altes Handwerk aus nächster Nähe beobachtet werden, das den Arbeitern alles
abverlangt.
Nach den Werkleitungsbauten wird jetzt im
ansteigenden Abschnitt der Meisenstrasse zwischen der Lagerhausstrasse und der
Heiligbergstrasse ein Strassenstück instand gestellt. Nicht mit Asphalt,
sondern mit Tausenden von Pflastersteinen. "Insgesamt werden an die 35'000
Steine einzeln in die Splittunterlage gesetzt", erläutert Polier Marco
Sickert, der für die Bauausführung vor Ort zuständig ist. Seine Arbeiter
stammen aus Portugal und sind Fachleute auf ihrem Gebiet. Die Toldo AG als
ausführende Firma ist unter anderem spezialisiert auf Strassen- und Tiefbau,
Umgebungsarbeiten und eben auf Pflästerungen.
In der Pflästerungsabteilung arbeitet ein Team von
Spezialisten, das auf eine jahrelange Erfahrung zurückblicken kann. Ein breites
Angebot an verschiedensten Natur- und Kunststeinprodukten wird je nach Projekt
in Kleinstarbeit zu einer individuellen Lösung zusammengefügt. So auch an der
Meisenstrasse. Dort besteht die Herausforderung für die Arbeiter nicht zuletzt
darin, dass die Steine bogenförmig gepflästert werden. Dazu braucht es
Augenmass, eine geübte Hand und viel Erfahrung.
Hart und anstrengend
Wie Rolf Schüpbach, Projektleiter im Tiefbauamt,
erläutert, sind die Pflästerer daran, die Strasse in ihrem alten Zustand
wiederherzustellen, nachdem sie wegen Leitungserneuerungen aufgerissen worden
war. Ende dieser Woche sollten die Arbeiten abgeschlossen sein. Die Technik der
Pflästerung war schon im Altertum bekannt. Man verwendete damals Quader oder
Geschiebe. Viele mittelalterliche Städte haben noch Strassenbeläge, die als
Kopfsteinpflaster angelegt wurden.
Die Pflästerer an der Meisenstrasse benutzen von
Hand behauene, würfelförmige Steine und verlegen sie kunstvoll im Bogenmuster.
Ihre Arbeit ist hart und anstrengend. In gebückter Haltung kauern sie auf dem
Boden und benutzen zum Teil einen kleinen Schemel, ähnlich einem Melkstuhl, um
den Rücken zu entlasten. Und dies bei jedem Wetter, egal ob es regnet oder das
Thermometer an die 30 Grad anzeigt. Mehrere Stunden am Stück in der Hocke oder
kauernder Stellung zu arbeiten, ist alles andere als ein Zuckerschlecken. Lohn
des anstrengenden Handwerks sind kunstvoll gepflästerte Strassen und Wege. So
wie jetzt an der Meisenstrasse.
Die
kunstvolle, bogenförmige Anordnung der Pflastersteine erfordert besonderes
Augenmass und viel Übung.
Bild:
Heinz Diener
Quelle:
Der Landbote ¦ 16.08.2010